Informationen und Tipps







Streifen, Tabby, Agouti, Muster ...
weil so viel in der Burmawelt darüber diskutiert wird, aber fachlich oft einiges durcheinander geht..
wie sieht es mit der Genetik dahinter aus?
Hier eine Gegenüberstellung:
Vorsicht, ein bischen Grundkenntnisse in der Genetik setze ich voraus ;-)

Das Agouti Gen A


Agouti A = sichtbares Muster
Non Agouti = (fast) verdecktes Muster
Die Wildform ist das dominante Agouti Gen A. Es bewirkt, dass die Katze ihr Muster zeigt. Je nach Musterung hat sie also Streifen, Punkte oder ein geticktes Fell. Die Grundfarbe entspricht der Farbe der Musterung. So hat z.B. eine Chocolate Tabby das Muster in Chocolate und darunter die Grundfarbe schimmert gold-gelb. Eine Braun Tabby ( = Seal Tabby) hat das Muster in Braun und die Grundfarbe ist ein Grau-Beige. Ein non Agouti Katze verdeckt ihr Muster (es schimmert nur leicht durch) und erscheint vollständig durchgefärbt. Da non Agouti sich rezessiv gegenüber Agouti verhält, ist eine non Agouti immer reinerbig für non Agouti. Sie kann also an ihre Nachkommen auch nur ihr non Agouti Gen a für einfarbig weitergeben.
D.h. um Agouti farbenen - gemusterten Nachwuchs zu bekommen, muss ein Elterteil gemustert (Agouti A ) sein.
Eine Ausnahme ist Rot. In Rot sieht man das Muster immer.


Beispiele für Agouti und non Agouti Burmakatzen in der gleichen Grundfarbe im direkten Vergleich:

Chocolate Tabby (Agouti):


Chocolate (non Agouti):


Seal Tabby = Braun Tabby (Agouti):


Braun (non Agouti):




Die Gene für die Muster: Ta Ticked Tabby und mc Mackerel Tabby
Wichtig: Das Agouti Gen und die Gene für die Musterung vererben sich unabhängig voneinander.



Streifenfreie Burma
Streifenfreie Burmakatzen tragen genetisch immer das Ticked Tabby Muster (Gencode: Ta/Ta). Man sieht auf dem Kopf ein mehr oder weniger deutliches M. Ansonsten ist die Katze streifenfrei. In Farben wie Rot oder Tabby ist das M sehr deutlich zu sehen. In Braun, Blau, Chocolate oder Lilac ist es kaum zu sehen.
Diese streifenfreien Burmakatzen können nur das Gen Ta für das streifenfreie Ticked Tabby Muster an ihre Nachkommen weitergeben, egal ob sie Agouti oder Non Agouti sind.


    Ringelsöckchen Burma
In manch alter Burmalinie treibt sich noch das mc- das Mackerel Gen herum. Da man Burmakatzen irgendwann streifenfrei haben wollte, hat man es aus den meisten Linien bereits heraus gezüchtet. Trägt eine Burma das mc-Gen hat sie Ringelsöckchen. In Lilac und Blau ist es kaum zu sehen. Bei Braun, Rot oder Tabby dagegen sehr deutlich. Auch auf manch altem Foto von der Burmastammmutter Wong Mau sieht man die Ringelsöckchen. Burmakatzen, die reinerbig für das Mackerel Tabby sind, wären komplett gestreift. Dazu haben wir aber keine Fotos, weil das mc zu selten ist. Mischerbige Katzen geben das mc Gen an 50% ihrer Nachkommen weiter.



Hier der Unterschied in einer braunen Burma:
Bild 1.
Grundfarbe: braun,
Muster: Ta/Ta = reinerbig Ticked Tabby,
Agoutilocus: aa = Non Agouti
    Bild 2.
Grundfarbe: braun,
Muster: Ta/mc = Mischerbig Ticked Tabby und Mackerel (Streifen) Tabby ,
Agoutilocus: aa = Non Agouti


Eine tabby Burma hat auf dem Agoutilocus das dominate Gen A für Agouti. Dieses bewirkt, das sie ihr Muster deutlich ausbildet.
Dadurch wird auch sehr offensichtlich welches Muster sie hat:
Auch die Tabby Varianten gibt es streifenfrei und mit Ringelsöckchen:
Bild 3.
Grundfarbe: braun,
Muster: Ta/Ta = reinerbig Ticked Tabby ,
Agoutilocus: Aa (oder AA) = Agouti
    Bild 4.
Grundfarbe: braun,
Muster: Ta/mc = Mischerbig Ticked Tabby und Mackerel (Streifen) Tabby ,
Agoutilocus: Aa (oder AA) = Agouti
Bild 5.
Grundfarbe: chocolate,
Muster: Ta/Ta = reinerbig Ticked Tabby ,
Agoutilocus: Aa (oder AA) = Agouti
    Bild 6.
Grundfarbe: chocolate,
Muster: Ta/mc = Mischerbig Ticked Tabby und Mackerel (Streifen) Tabby ,
Agoutilocus: Aa (oder AA) = Agouti



Fazit:
Das ist also der ganze Spuk um die Streifen.
Eine mischerbige Burma mit Ta/mc trägt 'unerwünschte' Ringelsöckchen.
Unerwünscht, weil irgendwann im Standard ergänzt wurde, dass Burmakatzen streifenfrei sein sollen.
Ganz orginal ist das nicht, denn die Ur-Burmesen in Thailand sind ziemlich streifig und eher reinerbig für mc/mc als für das streifenfreie Muster Ta. Das streifenfreie Muster gab es vom Urspung her nur bei der Abessinierkatze.

Deutlich wird auch, dass eine Burma mit Ringelsöckchen, weil sie ja mischerbig ist, an ihre Nachkommen entweder das Ta Gen für streifenfreies Ticked Tabby oder das mc Gen für das Tigermuster weitergeben kann. Dies bedeutet, im Schnitt haben 50% ihrer Nachkommen Ringelsöckchen, die anderen sind streifenfrei.
Die Streifen sind auch weder an irgendein anderes Farbgen noch an den Agoutilocus gekoppelt. Sie können in Kombination mit jeder Farbe auftreten. Am wenigsten sieht man es in den Farben Lilac und Blau.
Die 50% sind natürlich nur ein Durchschnitt.
Z.B. hat unsere Katze Hestaby das mc (Streifengen) getragen. Deswegen hatte sie eindrucksvolle Ringelsöckchen.
Wie zu erwarten hatten von ihren insgesamt 25 Kitten (Hestaby neigte zu großen Würfen) insgesamt 13 das Streifengen von ihr geerbt.
Und ebenso wie zu erwarten sind aus unseren Verpaarungen mit Streifenfreien Burmakatzen auch nur streifenfreie Kitten hervor gegangen.

Genetisch etwas ganz anderes sind Markings.
Markings werden polygen vererbt.
Markings sind einzelne Streifchen oder Flecken, die fast jede Burma mehr oder weniger hat. Man sieht sie sehr deutlich in den Tabbyvarianten oder in der Farbe Rot. Meistens sind diese Markings innen an den Vorderbeinen und an den Hinterbeinen:

Gerade bei den Tabbys und den roten Burmakatzen versucht man mit möglichst wenig Markings zu züchten. Da diese Abzeichen in den meisten anderen Farben aber so gut wie unsichtbar sind, bekommt man sie durch Zuchttiere - mit den unbemerkten Markings - in diesen Farben immer wieder zurück. ;-)

Und nun mein persönliches Anliegen:
Immer wieder wurde mir als bekennendem Tabby-Burma Fan vorgeworfen, dass die Tabby Burma die mühsam heraus gezüchteten Streifen in die Burma zurück brächte.
Aber bei logischer Betrachtung sind Tabby Burmakatzen sogar eher noch dazu geeignet sämtliche Streifen schnell heraus zu züchten, Im folgenden zeige ich Bilder von je zwei Burmakitten in der gleichen Farbe einmal mit und ohne Streifenmuster.
Überlegen Sie selbst, welches von beiden die Ringelsöckchen trägt und welches nicht. ;-)
(am Ende folgt eine Auflösung)



Lilac Tabby
Kitten 1A:


Kitten 1B:

Braun
Kitten 2A:


Kitten 2B:

Lilac
Kitten 3A:


Kitten 3B:

Seal Tabby
Kitten 4A:


Kitten 4B:

Blau
Kitten 5A:


Kitten 5B:

Chocolate
Kitten 6A:


Kitten 6B:

Chocolate Tabby
Kitten 7A:


Kitten 7B:




Auflösung:
1A: Streifenfrei Ticked Tabby Ta/Ta - 1B: Ringelsöckchen Gencode Ta/mc
2A: Ringelsöckchen -- 2B: Streifenfrei
3A: Streifenfrei -- 3B: Ringelsöckchen -- in lilac ist es wirklich schwer ;-)
4A: Streifenfrei -- 4B: Ringelsöckchen
5A: Streifenfrei -- 5B: Ringelsöckchen
6A: Ringelsöckchen -- 6B: Streifenfrei
7A: Ringelsöckchen -- 7B: Streifenfrei




Fellmuster: Tabby & Agouti & Streifen mit kleinem Quiz :-)


Fragen und Antworten rund um die Burmakatze und die Mandalay.


Catwalk & Co - Basteln für die Katze


Futtersorten - welche wir füttern und was unsere Kitten hier kennen lernen.


Gewichte : Wir sammeln für eine Statistik Gewichte von Burmakatzen
-- Bitte tragen sie ihre Burma hier ein. :-) .


Farbentwicklung von Burmakitten im Vergleich
.


Reinrassige Burmakatzen in Ticked Tabby - Unsere Linie. .


Ausschnitt aus Zuchtprogramm der Silberburma in Europa
aus dem unsere 2. Tabby-Burmakatzen Linie kommt .


Genotypen -- Unvollständig - unter Bearbeitung


Tabby und Silber - wo ist der Unterschied.






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